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Demenz als Krankheit.



Demenz ist ein Überbegriff für verschiedene Hirnleistungsstörungen unterschiedlicher Ursachen und Formen. Diese Defizite beeinträchtigen eine betroffene Person in ihrer unabhängigen Lebensführung und bewirken eine Einschränkung und Hilfsbedürftigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Symptomatisch für Demenz sind nebst häufigen Gedächtnisstörungen auch verändertes emotionales Empfinden sowie die Verschlechterung der emotionalen Kontrolle und oft auch des Sozialverhaltens. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und beschreibt die degenerative Veränderung im Gehirn. Die Demenz ist eine zellabbauende Erkrankung, die bis heute unheilbar ist und in ihrem Prozess nicht aufgehalten werden kann. Weitere Formen der Demenz sind u.a.:

  1. Vaskuläre Demenz
  2. Parkinson-Demenz
  3. Alkohol-Demenz
  4. Frontotemporale Demenz
  5. Semantische Demenz
  6. u.v.m.

Demenz im Alltag.

Mit fortlaufender Erkrankung wird der Alltag zunehmend von der degenerativen Krankheit geprägt. Von den ersten Anzeichen an wie zB. Schlüssel verlegen, Wörter oder ganze Geschichten wiederholt erzählen, Mühe mit Routineaufgaben wie kochen, schreiten die dementiellen Auswirkungen kontinuierlich voran und verunmöglichen es, den Alltag selbstständig zu meistern. Die Tagesstruktur kann nicht mehr selbstständig organisiert werden, das Wiedererkennen von Personen ist beeinträchtigt und es kommt zu Störungen der Exekutivfunktionen. Die primären Emotionen bleiben meist bis am Ende erhalten.

Demenzerkrankte Menschen sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die Pflege und Betreuungsleistung sind wichtige Faktoren für die Alltagsbewältigung. Die vorhandenen Ressourcen zu erhalten und zu stärken sind aber mindestens genau so wichtig. Eine psychiatrische Tagesklinik übernimmt deshalb nicht nur pflegerische Leistungen, sondern versucht der Krankheit medizinisch und therapeutisch entgegenzuwirken und zumindest den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Vor allem in den frühen Phasen der Erkrankung ist das Hirn noch in der Lage zu lernen und sich anzupassen:

Kognitive Reservekapazität
Für Alzheimerpatienten steigt der Schwierigkeitsgrad bei Aufgaben. Diese werden somit anspruchsvoller und benötigen eine Hirnaktivitätssteigerung. Zusätzliche Hirnareale übernehmen deshalb neue Funktionen.

Neuronale Plastizität
Auch im hohen Alter ist das menschliche Gehirn fähig, neue Fähigkeiten dazu zu lernen und Hirnareale in Abhängigkeit ihrer Nutzung zu verändern oder zu aktivieren, um auf Veränderungen in seiner Umgebung zu reagieren und sich diesen anzupassen.

Demenz in der Schweiz.

In der Schweiz leben gut 119’000 Menschen mit Demenz. Ca. 60% der Menschen mit einer Demenz in der Schweiz leben zuhause. Ca. 300’000 Angehörige sind direkt betroffen. Pro Jahr treten ca. 25’000 neue Fälle auf. Die Anzahl der Menschen mit Demenz wird sich bis ins Jahr 2030 verdoppeln, bis ins Jahr 2050 verdreifachen. Die Demenzkrankheiten haben in der Schweiz im Jahr 2009 Kosten von 6.9 Mrd. CHF verursacht.

Gemäss einer Studie der Schweizerischen Alzheimervereinigung wird angenommen, dass das aktuelle schweizweite Angebot von Tagesplätzen für Demenzerkrankte nur gerade 12% des eigentlichen Bedarfs abdecken. Um dem wachsenden Kostendruck begegnen zu können, lautet die Devise von Bund und Kantonen, die Früherkennung zu fördern und auf günstigere, ambulante Einrichtungen zu setzen, um die kostenintensive stationäre Langzeitbehandlung möglichst hinaus zu zögern.

Bezüglich Diagnostik geht man davon aus, dass nur etwa ein Drittel der Menschen mit Demenz in der Schweiz über eine Diagnose verfügt.

Demenz erkennen.

Eine frühe Erkennung und Diagnose ist wichtig für den weiteren Verlauf der Erkrankung. Mit einer gezielten Therapie kann der Erkrankung in früher Phase begegnet und der Krankheitsverlauf verzögert werden.

Folgende Inhalte der Früherkennung basieren auf Informationen der Schweizerischen Alzheimervereinigung. Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte auch www.alz.ch

Wie lässt sich feststellen, dass mit der geistigen Leistungsfähigkeit etwas nicht stimmt? Ab wann ist eine Früherkennung möglich? Es gibt eine Reihe von Warnzeichen, die uns dazu bewegen sollten, zwecks Früherkennung einen Arzt aufzusuchen. Das Vorliegen solcher Warnzeichen beweist jedoch noch nicht, dass jemand eine Demenz hat. Um zu einer zuverlässigen Diagnose zu kommen, sind vertiefte medizinische Abklärungen und neuropsychologische Tests unerlässlich.

Vergesslichkeit
Die Person hat deutlich Mühe, sich neue Informationen wie z.B. Namen zu merken. Sie vergisst Verabredungen, Ereignisse usw. Zu Beginn ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen, mit zunehmender Vergesslichkeit später auch das Langzeitgedächtnis.

Sprachliche Verarmung
Die Person findet häufig mitten im Satz das richtige Wort nicht und benutzt schliesslich ein anderes Wort aus einem ähnlichen Kontext (etwa „Fuss“ für „Schuh“) oder eine Umschreibung. Sie mag auch Begriffe verwechseln oder neue Wörter erfinden. Es wird schwieriger, sie zu verstehen und sie hat ihrerseits zusehends Mühe, einem Gespräch zu folgen. Ihre Sprache vereinfacht sich.

Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme
Die Person hat bisweilen Mühe, sich zurechtzufinden und kann sich plötzlich in einer eigentlich vertrauten Umgebung verlaufen. Sie mag sich an einem Ort wiederfinden, ohne sich erklären zu können, wie sie dorthin geraten ist. Solche Orientierungsstörungen können gerade beim Autofahren zu Schwierigkeiten führen. Die Person mag weiter Gegenstände an durchaus unlogischen Orten ablegen (z.B. Zahnbürste im Kühlschrank) und sie dann erst viel später durch Zufall wiederfinden. Sie hat auch Schwierigkeiten mit dem Zeitgefühl und bringt gelegentlich die Tageszeiten durcheinander.

Schwierigkeiten bei praktischen Alltagstätigkeiten
Im Alltag (oder auch im Beruf) hat die Person plötzlich Mühe, gewohnte Tätigkeiten auszuführen, weil die Vorgänge zu schwierig werden. Dies äussert sich etwa durch Probleme im Gebrauch von Geräten wie etwa die Fernbedienung oder Haushaltsgeräte, aber auch z.B. beim Schuhbändel binden.

Probleme mit Planung, abstraktem Denken und Einschätzung der Situation
Tätigkeiten, die komplexere Denkprozesse umfassen, führen schnell einmal zu Überforderung, z.B. bei administrativen Aufgaben (Zahlungen ausführen, Steuererklärung ausfüllen). Oft werden solche Tätigkeiten in der Folge vernachlässigt. Eine falsche Einschätzung der Situation kann sich etwa so äussern, dass die Person sich nicht saisongerecht kleidet oder dass sie ein Kleinkind, das sie hüten soll, überhaupt nicht beaufsichtigt.

Stimmungsschwankungen
Die Stimmung der betroffenen Person schwankt stark und kann aus scheinbar unerklärlichen Gründen von Zufriedenheit in Verzweiflung oder Wut umkippen. Die Stimmungsveränderungen lassen sich jedoch auch mit den Gefühlen der Person erklären, die zu Beginn die verschiedenen Einbussen der eigenen geistigen Leistung wahrnimmt. Dies kann Angst, Scham, Wut, Frustrationen, Niedergeschlagenheit und ähnliche Gefühle aufkommen lassen.

Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens
Nahestehende stellen bei der betroffenen Person deutliche Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit im Vergleich zu früher fest. Die Person kann reizbar, ängstlich oder misstrauisch sein. Sie kann sich auch unangemessen verhalten, etwa durch völlige Distanzlosigkeit gegenüber Unbekannten, ein aufdringliches Verhalten oder anzügliche Bemerkungen.

Wahnhafte Vorstellungen
Die Person scheint unbewusst nach Erklärungen für die Einbussen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit zu suchen, und die Reaktionen darauf in ihrem Umfeld ebenfalls. Sie ist dadurch sehr beunruhigt und fühlt sich sozusagen angeklagt. Sie sucht nach „logischen“ Erklärungen für Vorkommnisse: Verlegte Gegenstände mag sie als gestohlen betrachten und bestimmte Personen des Diebstahls bezichtigen.

Antriebslosigkeit
Die Person neigt dazu, sich aus dem sozialen Leben zurückzuziehen. Sie pflegt Hobbys und persönliche Kontakte nicht mehr, verzichtet auf gesellschaftliche Anlässe und wird zusehends passiv. Es fehlt ihr an Antrieb und die geringste Tätigkeit scheint ihr enorm viel Energie abzuringen.

Demenz diagnostizieren.

Mit steigendem Alter wächst die Prävalenz an Demenz zu erkranken. Die Diagnosestellung ist sehr umfassend und bedarf der Abklärung auf multidisziplinärer Ebene. Zur sorgfältigen Diagnosestellung gehören folgende Abklärungen:

  1. Ausführliche neuropsychologische Untersuchung durch den Neuropsychologen.
  2. Ausführliche medizinische Untersuchung durch den Arzt.
  3. Laborchemische Untersuchung.
  4. Neuroradiologische Bildgebung (MRI/CT).
  5. Fremdanamnese.

Die Glashausklinik® begeleitet Sie kompetent, diskret und einfühlsam bei allen Schritten. Von ersten Informationsgesprächen über Angehörigengespräche bis hin zur vollständigen Diagnostik, das langjährige, demenzspezifisch geschulte Glashausklinik® Team betreut Sie, Ihren individuellen Anforderungen entsprechend.